Server - Leistungsstark und doch flüsterleise

Server – Leistungsstark und doch flüsterleise

Da für die nächsten Monate der Umzug in eine gemeinsame Wohnung mit meiner Freundin geplant ist, war schnell klar, dass ich meinen bisherigen 12HE Serverschrank aufgrund des Platzbedarfs und auch der Lautstärke in die gemeinsame Wohnung nicht mitnehmen will/kann. Der richtige Zeitpunkt um sich also nach etwas Neuem umzusehen. Der neue Homeserver sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Serverbetrieb unter Linux ohne grafische Oberfläche
  • kompaktes Gehäuse, um ihn in der Wohnung unauffällig platzieren zu können
  • flüsterleiser Betrieb, da er rund um die Uhr läuft
  • geringer Stromverbrauch
  • Platz für min. 2x 3,5″ Festplatten, für RAID1
  • Unterstützung für ECC Ram

Da ich die ganze Sache ursprünglich recht einfach halten wollte, dachte ich eigentlich an einen fertigen Mini-Server von der Stange, an dem ich nichts mehr schrauben oder optimieren muß. Nach einiger Recherche stieß ich auch auf zwei recht interessante Systeme: HP N40L und den leistungststärkeren Acer AC100. Obwohl die genannten Systeme teils recht gut ausgestattet sind und auch die nötige Flexibilität bieten, habe ich mich nach langem Überlegen und stundenlanger Googlesuche dann doch für den Eigenbau eines Homeservers entschieden. Ausschlaggebend waren besonders die Lautstärke und der Stromverbrauch der Fertigsysteme, denn das wollte ich noch einen Tick besser machen.

Mainboard

Aufgrund der kompakten Größe, sollte die Wahl auf ein Mini-ITX Mainboard fallen. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass Mini-ITX Mainboards mit ECC Unterstützung am Markt äußerst selten zu finden sind. Dank nicht vorhandener Auswahl, war das Mainboard daher schnell ausgesucht:

Prozessor und Kühler

Das Intel-Mainboard unterstützt alle gängigen Intel-Prozessore mit Sockel 1155, d.h. sowohl i3/i5/i7 als auch Xeon. Aufgrund des geringen TDP-Wertes von nur 35W und der in meinem Fall vollkommen ausreichenden Leistung, entschied ich mich für die energieoptimierte „T“-Variante des i3-2120. Da mir der mitgelieferte CPU-Kühler zu laut ist, wird der i3-2120T von einem Prolimatech Samuel 17 gekühlt. Dabei handelt es sich um einen breiten, aber flachen, Kühlkörper mit Heatpipes auf den ich einen 120mm Silent-Lüfter von Be Quiet! gummigelagert montiert habe. Den Lüfter betreibe ich auf 7V, dadurch ist er im Betrieb nahezu lautlos bei beachtlichem Luftdurchsatz.

Speicher

Für den Homeserver kamen nur zuverlässige SATA-Festplatten in Frage, die auch für den Dauerbetrieb geeignet sind. Sehr positive Erfahrungen habe ich hierbei mit der VelociRaptor-Serie von Western Digital gemacht. Vom Format her handelt es sich bei der VelociRaptor eigentlich um eine dicke 2,5″ Festplatte. Diese ist jedoch in einen 3,5″ IcePack-Montagerahmen eingefasst, der für einen kühlen Betrieb sorgt. Mit 10000 Umdrehungen und 32MB Cache sind die Platten sehr schnell und eignen sich daher ideal für meinen Anwendungsfall. Aufgrund der Ausfallsicherheit setze ich zwei VelociRaprot mit je 600GB im RAID1 (Softwareraid) ein.

Da ich von einem meiner Server noch neue Speichermodulen der Kingston ValueRAM-Serie mit ECC-Support (PC3-10600, CL9) in der Schublade hatte, mußte ich über den Arbeitsspeicher nicht weiter nachdenken.

Gehäuse und Netzteil

Zu guter Letzt sollte die ganze Technik dann noch platzsparend aber trotzdem schick „verpackt“ werden. Bekannt für edle und gut verarbeitete Aluminium-Gehäuse ist seit Jahren der Hersteller Lian Li, der verschiedene Mini-Cube Gehäuse im Sortiment hat. Speziell war ich auf der Suche nach einem schlichten Cube-Gehäuse, dass Platz für ein normales ATX-Netzteil und 2x 3,5″ Festplatten bietet. Der Rest war eigentlich Nebensache. Besonders überzeugt hinsichtlich Größe, Aufteilung und auch Preis, hat mich das Lian Li Modell PC-Q11B.

Um die Lautstärke des Homeservers wirklich auf ein Minimum zu reduzieren, entschied ich mich beim Netzteil für ein Straight Power E9 400W (80 Plus Gold Netzteil) von Be Quiet. Aufgrund des im Netzteil eingebauten 120mm Silent Wings Lüfter ist es im Betrieb nahezu unhörbar – in Kombination mit dem selben Lüfter auf dem CPU-Kühler also ideal für einen Homeserver, der nachher im Wohnzimmer möglichst leise seinen Dienst verrichten soll.

Um die Silentgeschichte jedoch auf die Spitze zu treiben und das Maximum herauszuholen, wurde das Gehäuse noch vollständig gedämmt.

Fazit

Um die Neugierigen unter euch nicht allzu sehr auf die Folter zu spannen, hier nun mein erster Eindruck:

  1. Der Homeserver ist sogar noch leiser als erwartet – fast unhörbar
  2. Der Idle-Stromverbrauch liegt aktuell bei ca. 28 Watt (!)
  3. CPU-Temperatur (Idle) mit langsamdrehendem Silent-Lüfter: ~ 45 °C
  4. Bilder zum System folgen bald …

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