Raspberry Pi - Inbetriebnahme / HowTo

Raspberry Pi – Inbetriebnahme / HowTo

Schritt 1: SD-Karte vorbereiten

Im ersten Schritt muß das Betriebssystem auf die SD-Karte kopiert werden. Da Debian seit Jahren meine sowohl geschäftlich als auch privat bevorzugte Linux-Distribution ist, habe ich mich auch beim Raspberry Pi für Raspbian “wheezy” entschieden. Dazu laden wir uns auf der offiziellen Raspberry PI Seite das aktuelle Raspian-Image herunter (http://downloads.raspberrypi.org/raspbian_latest).

Das Raspian-Image (ZIP-Datei) muss nun zuerst entpackt werden. Anschließend kann es dann auf die SD-Karte geschrieben werden:

Unter Windows:

Zur einfachen Vorbereitung der SD-Karte bietet sich unter Windows der Win32 Disk Imager an. Im Win32 Disk Imager wird dazu einfach die IMG-Datei ausgewählt und das Laufwerk mit der SD-Karte angegeben. Anschließend wird mit Write das Image auf die SD-Karte geschrieben.

Unter Mac OS X:

Das Raspian-Image kann unter Mac OS X am einfachsten mit Hilfe von PiFiller auf die SD-Karte geschrieben werden. Pi Filler ist ein einfaches Tool, das die SD-Karte erkennt, formatiert und mit dem Image beschreibt. Die grafische Oberfläche führt den Benutzer Schritt für Schritt durch den Vorgang.

Unter Linux (Konsole):

  1. Terminal öffnen und das Image mit unzipentpacken:
    unzip ~/2013-12-20-wheezy-raspbian.zip
  2. Leere SD-Karte in den Kartenleser
  3. Mit df -h oder dmesg schauen wo wir unsere SD-Karte finden
  4. Wurde die SD-Karte gefunden (z.B. /dev/mmcblk0), müssen wir sie mit umount /dev/sdd1 wieder aushängen
  5. Als root (unter Ubuntu mit vorangestelltem sudo) mit dd das Image auf die SD-Karte kopieren und warten bis ddfertig ist:
    dd bs=4M if=~/2013-12-20-wheezy-raspbian.img of=/dev/mmcblk0

    Sollte es zu Problemen kommen, einfach die Blockgröße reduzieren (“bs=1M”)

  6. Dann noch ein sync zum Abschluss und die SD-Karte kann ausgehängt werden. Fertig.

 

Schritt 2: Der erste Bootvorgang

Konfigurationsprogramm raspi-config

Konfigurationsprogramm raspi-config

Wenn wir im vorherigen Schritt alles richtig gemacht haben, können wir den Raspberry Pi nun zum ersten Mal booten. Dazu einfach die SD-Karte in den Kartenleser des Raspberry Pi stecken, USB-Tastatur, Netzwerkkabel und Monitor anschließen und Netzteil in die Steckdose. Los gehts!

Beim erstmaligen Starten von Raspbian startet automatisch das Konfigurationsprogramm raspi-config. Damit können alle grundlegenden Einstellungen sehr einfach per Auswahl gemacht werden.

 

Schritt 3: Raspbian einrichten und anpassen

Bevor wir Raspbian richtig nutzen können, muss das System grundlegend eingerichtet und angepasst werden.


Aktuelle Version von raspi-config

Aktuelle Version von raspi-config

Raspi-config aktualisieren

Um alle Funktionen von raspi-config nutzen zu können, muss die neueste Version installiert sein. Ist der Raspberry Pi per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden, kann raspi-config sehr einfach aktualisiert werden. Dazu wählen wir mit den Pfeiltasten den letzten Punkt “update” und bestätigen dies mit der Enter-Taste. Anschließend erfolgt die Suche und Installation der aktuellesten raspi-config Version automatisch.

Ich stelle nachfolgend nun die Funktionen der einzelnen Menüpunkte vor.

1 Expand Filesystem

Das Raspbian-Image wurde für eine 2 GB große Speicherkarte konzipiert, daher wird bei einer größeren SD-Karte der Speicherplatz nicht voll ausgenutzt. Um den übrigen Platz auf der Karte nutzen zu können, müssen wir die Root-Partition vergrößern. Dieser Menüpunkt in raspi-config nimmt uns die Arbeit ab und erweitert die Systempartition entsprechend. Die Änderung greift dann beim nächsten Bootvorgang.

2 Change User Password

Da Raspbian mit einem Standardpasswort daherkommt, sollte man das Passwort für den Benutzernamen “pi” ändern.
Hinweis: Das Tastaturlayout ist standardmäßig auf “UK” eingestellt. Daher sollte dieser Schritt erst ausgeführt werden, nachdem das Tastaturlayout umgestellt wurde. Andernfalls müssen Z und Y bei der Eingabe vertauscht werden.

3 Enable Boot to Desktop

Raspbian startet standardmäßig im textbasierten Modus und die grafische Oberfläche kann manuell mit startx gestartet werden. Möchte man jedoch Raspbian bei Systemstart automatisch mit grafische Oberfläche booten, so kann dies hier ausgewählt werden.

4 Internationalisation Options

4.1 Change Locale

Hierüber lässt sich der Zeichensatz und die Sprache des Systems festlegen. Für ein deutsches System wählen wir de_DE.UTF-8 aus und bestätigen mit OK. Im nächsten Dialog müssen wir de_DE.UTF-8 noch als Standardeinstellung wählen und nochmals bestätigen.

4.2 Change Timezone

Die Uhrzeit des Raspberry Pis ist in der Grundeinstellung auf die UK Zeit eingestellt. Um die Zeitzone entsprechend anzupassen wählen wir zunächst “Europe” und danach “Berlin” aus.

4.3 Change Keyboard Layout

Auch bei der Tastatur ist ist die Standardeinstellung UK. Über eine Auswahlliste kann das passende Tastaturlayout ausgewählt werden. Für eine normale Tastatur kann man in der Regel die Voreinstellung “Generic 105-key (Intl) PC” übernehmen. Bei der Frage nach der Sprachversion ist “Other” zu wählen und anschließend “German”. Im anschließenden Dialog einfach wieder “German” und dann “The default for the keyboard layout” und zuletzt dann “No compose key”.

5 Enable Camera

Besitzt man das seit kurzem erhältliche Kamera-Modul (Raspberry Pi Kamera-Karte, ca. 30 EUR), kann man diese über diesen Menüpunkt einfach aktivieren.

6 Add to Rastrack

Rastrack ist eine Internetseite, die registrierte Raspberry Pis auf einer Karte anzeigt. Dieser Dienst ist freiwillig und kostenlos. Wer seinen Pi dort registrieren möchte, kann dies über diesen Menüpunkt machen.

7 Overclock

Wer möchte, kann seinen Raspberry Pi übertakten. Der Menüpunkt bietet die Möglichkeit aus verschiedenen Übertaktungsmodi zu wählen. Hier ist jedoch der Hinweis angebracht, dass die Übertaktung zur Instabilität des Systems führen kann. Da ich mein Pis “produktiv” einsetze, verzichte ich persönlich auf diese Maßnahme.

8 Advanced Options

8.1 Overscan

Bei TFTs sollte der Overscan deaktiviert sein. Betreibt man den Raspberry Pi jedoch an einem älteren Fernseher, kann es Sinn machen, den Overscan zu aktivieren. Ist der Overscan aktiviert werden bestimmte Bildbereiche nicht angesprochen und sorgt so für einen schwarzen Rahmen um das Bild.

8.2 Hostname

Möchte man dem Raspberry Pi einen individuellen Hostname geben, kann man dies unter diesem Menüpunkt machen.

8.3 Memory Split

Der Raspberry Pi besitzt 512MB Speicher, der gemeinsam von Prozessor und Grafikkarte genutzt wird. Unter Raspbian ist die Aufteilung von Arbeitsspeicher und Grafikkarte standardmäßig auf 448MB / 64MB voreingestellt. Dieser Anteil kann über diesen Menüpunkt jedoch geändert werden. Je nach Bedarf, stehen verschiedene Aufteilungskonfigurationen zur Verfügung, die 16 / 32 / 64 / 128 oder 256MB für die Grafikkarte reservieren. Den entsprechenden Rest erhält der ARM-Hauptprozessor. Die Einstellung wird nach dem Neustart des Pi wirksam.

8.4 SSH

Um auf den Raspberry Pi per SSH aus der Ferne zugreifen zu können, muss der SSH-Serverdienst gestartet werden. Dies kann über diesen Punkt aktiviert oder deaktiviert werden.

8.5 Update
Mit Hilfe dieses Menüpunkts kann man das Konfigurationsprogramm raspi-config auf den aktuellen Stand zu bringen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass eine funktionierende Netzwerkverbindung hergestellt ist.

9 About raspi-config

Zeigt Informationen zum Konfigurationsprogramm raspi-config an.


 

Schritt 4: Login und abschließende Befehle

Raspbian Loginprompt

Raspbian Loginprompt

Nachdem alle gewünschten Einstellungen gemacht wurden, kann raspi-config mit Finish beendet werden (zu erreichen über die Tabulator-Taste). Nach einem Neustart können wir uns dann am Login-Prompt anmelden.

Benutzername: pi
Passwort: raspberry (oder ggf. persönliches Passwort, das zuvor festgelegt wurde)

 

Raspbian aktualisieren
Da seit der Erstellung des Raspbian-Images und unserer Installation einige Pakete zwischenzeitlich bereits wieder aktualisiert wurden, führen wir als Erstes ein Update durch:

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get dist-upgrade

Statische IP-Konfiguration

Da ich den Raspberry Pi ohne grafische Oberfläche im Dauerbetrieb betreiben werde und er allerlei kleine Server-Aufgaben für mich erledigen wird, sollte er auch eine statische IP Adresse im Netzwerk erhalten. Dazu öffnen wir die Datei /etc/network/interfaces mit Root-Rechten:

$ sudo vi /etc/network/interfaces

Um der Ethernetschnittstelle eth0 nun die IP 192.168.2.50 zuzuweisen, ändern wir den Inhalt der Datei wie folgt ab:

auto lo
iface lo inet loopback

auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.2.50
netmask 255.255.255.0
network 192.168.2.0
broadcast 192.168.2.255
gateway 192.168.2.1

Artikel bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4.93/5 (102 Bewertungen)

Raspberry Pi – Inbetriebnahme / HowTo, 4.93 out of 5 based on 102 ratings
Loading...Loading...